Wissenscheck für Grillmeister

Warum ein Kaminanzünder so gut funktioniert, wie unterschiedlich Vorheizzeiten sind, welche Temperaturen das Grillgut benötigt und vieles mehr gibt es hier zu erfahren.

Wissenscheck für Grillmeister
Foto: Jag_cz/iStock

Unterschiedliche Vorheizzeiten bei Kohle-, Gas- und Elektrogrillern

Kohlegriller haben die längsten Vorheizzeiten, Gas- und Elektrogriller erreichen schneller die Wunschtemperatur. Ist kein offenes Feuer im Spiel, ist es auch einfacher, die nötige Hitze konstant zu halten, dafür fehlen die typischen Raucharomen.

Die Rolle des Grillthermometers

Mit einem Grillthermometer kann man die Temperatur im und am Grill sowie die Kerntemperaturen des Fleischs am besten kontrollieren und überwachen.

  • Pute wird bei 80 bis 90 °C durchgegart.
  • Schwein verträgt 65 bis 75 °C. 
  • Für Huhn sind 64 bis 72 °C ideal.
  • Wild und Fisch werden bei 50 bis 60 °C schön zart.
  • Rind benötigt lediglich 38 bis 55 °C.
     

Hat man kein Grillthermometer, kann per Hand gemessen werden. Die Faustregel lautet: Je länger man es aushält, desto weniger stark ist die Hitze. Die Hand wird ca. 12 cm über den Rost gehalten.

  • Ein bis vier Sekunden stehen für 230 bis 300 °C.
  • Fünf bis sieben Sekunden für 170 bis 230 °C.
  • Acht bis zehn Sekunden für 110 bis 170 °C.
Öl sollte beim Grillen nie in die Glut tropfen.
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Tipps für nicht anklebendes Grillgut

Es ist wohl schon jedem Grillmeister passiert: Wer das Fleisch zu früh wendet, merkt, dass es wegen seines Eiweißgehalts noch haften bleibt. Um das zu vermeiden, muss einerseits lang genug gewartet und andererseits der Rost mit einem hitzebeständigen Erdnuss-, Raps- oder Sonnenblumenöl bestrichen werden. Achtung auf die Dosis: Öl soll beim Grillen nie in die Glut tropfen.

Ruhezeit für Grillfleisch

Damit Außen- und Innentemperatur sich angleichen und der Saft beim Aufschneiden nicht ausläuft, sollen Steaks drei bis zehn Minuten ruhen. Koteletts und Hühnchenteile benötigen eine Ruhephase von fünf bis zehn Minuten. Indirekt, im Ganzen gegarte Braten können 15 bis 30 Minuten nach dem Fertigwerden ruhen.

Unterdruck im Anzündkamin sorgt dafür, dass die Kohle gleichmäßig glüht.
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Vorteile des Anzündkamins

Der im Anzündkamin entstehende Unterdruck saugt die Luft nach oben. Das hat zwei Vorteile:

  1. Kohle oder Briketts beginnen durch den Kamineffekt gleichmäßig zu glühen.
  2. Es werden nur ca. 15 bis 30 Minuten Anheizzeit benötigt, um nach dem Umfüllen (bitte nur mit Grillhandschuhen) auf die Grillfläche mit der Speisenzubereitung starten zu können.
     

Eierkartons versus Grillanzünder

Eine praktische Alternative zu Grillanzündern in Würfel-, Gel- oder Pastenform sind zerstückelte Eierkartons. Sie rußen nicht so stark, haben keinen Eigengeruch und bringen Kohle oder Briketts durch die trockene Pappe zum gleichmäßigen Durchglühen. Sie sind somit ideal als „Unterfutter“ – auch im Anzündkamin.

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