Wiener Start-up erfindet „virtuelles Funkgerät“

Mit einer simplen, aber genialen Geschäftsidee macht das Unternehmen Lineapp aufwändige und teure Intercom-Systeme überflüssig. Die gleichnamige App verbindet als "Walkie Talkie-Simulation" bis zu zwölf Personen via Smartphone und nutzt dafür ein vorhandenes WLAN-Netz.

Wiener Start-up erfindet „virtuelles Funkgerät“
Foto: Izabela Habur/iStock

Eventveranstalter können aufatmen: Endlich gibt es eine Alternative zu traditionellen Intercom-Systemen: Anstatt wie bisher via Funkgerät können bis zu zwölf Personen in Echtzeit via App kommunizieren. Alles, was dazu notwendig ist, ist die Smartphone-App „Lineapp“ und ein gemeinsames WLAN-Netzwerk, in dem alle Teilnehmer eingeloggt sind.

Smartphone statt Funkgerät

Smartphone statt Funkgerät
Foto: Lineapp

Die Vorteile der App liegen auf der Hand: Herkömmliche Intercom-Systeme sind hardwarebasiert, vergleichsweise teuer und mit großem Logistikaufwand verbunden. Im direkten Vergleich kommt die Kommunikation mittels App ganz ohne zusätzliche Hardware aus, ist selbsterklärend und vor allem leistbar. Die Qualität der Verbindung hängt von der Signalstärke des WLAN-Netzwerkes ab und kann problemlos und schnell mittels zusätzlichen Routern oder einem mobilen Hotspot optimiert werden. Weitere Vorteile: Der Kommunikationskanal ist verschlüsselt, die Verbindung der Mobilgeräte erfolgt direkt und verzichtet auf zwischengeschaltete Server.

Komfortables „Skype-Feeling“

Für die Teilnehmer bietet „Lineapp“ maximalen Komfort: Durch Eingabe des Namens und eines Profilfotos erstellt man eine Interkom-Identität. Alle anderen User im selben Netzwerk werden in der Folge mit einem  Klick hinzugefügt. Sind alle Teilnehmer ausgewählt, kann man entweder mittels Fingerberührung im klassischen Funkgeräte-Style kommunizieren („push to talk“) oder eine permanente Sprechverbindung à la Skype aufbauen. Jeder User hat einen eigenen Lautstärkenregler, die Übermittlung findet in Echtzeit und in Hifi-Qualität statt, Verzögerung bleiben minimal.

Erfolgreicher Einsatz bei Freestyle-WM
Foto: Lineapp

Erfolgreicher Einsatz bei Freestyle-WM

Das 2014 gegründete, gleichnamige Unternehmen zielt mit seiner App vor allem auf Event-Organisatoren ab: Im Vorjahr bestand das System bei der FIS Freestyle Ski- und Snowboard-Weltmeisterschaft am Kreischberg seine erfolgreiche Feuertaufe. Die kostenlose Basis-Variante ermöglicht bis zu vier Gesprächspartner, via In-App-Kauf lassen sich sechs weitere Teilnehmer hinzufügen. Darüber wird die Business-Lösung angeboten, für die pro verbundenem Gerät 25 Euro Lizenzgebühr pro Tag verlangt werden.

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