„Sportvideos365“: Das fußballverrückte Start-up

Zugegeben, die Fußball-EM war aus österreichischer Sicht nicht ganz so berauschend. Umso erfreulicher, dass sich nun ausgerechnet ein Start-up aus einem 2.000-Seelen-Dorf in Niederösterreich aufmacht, die Fußballwelt zu revolutionieren. Und zwar mit jeder Menge Tore.

„Sportvideos365“: Das fußballverrückte Start-up
Foto: mikkelwilliam/iStock

Die Idee hinter „Sportvideos365“ ist schnell erklärt: Die drei Gründer haben eine Software entwickelt, die Fußballspiele im Amateur- und Nachwuchsbereich einfach, schnell und kostengünstig ins Internet streamt. Ein wahrer Segen für die stets finanzgeplagten Unterhaus-Clubs, die sich so plötzlich globale Berichterstattung leisten können. Und damit auch für potenzielle Sponsoren interessant werden. Vor allem aber für die Fans, die endlich keine spannende Szene ihres Lieblingsvereins mehr verpassen.

Die größtmögliche Bühne

In der Praxis funktioniert „Sportvideos365“ denkbar einfach: Ein Kameramann filmt das Spiel vor Ort mit. Bei entscheidenden Szenen – einem Tor, einer vergebenen Torchance oder einem Foul – drückt er auf ein Symbol am Display. Die spezielle Software von „Sportvideos365“ filtert in der Folge ganz automatisch die Szene und schneidet sie zu einem standardisierten Videoclip – jeweils 20 Sekunden, bevor der Knopf gedrückt wurde, sowie zwei Sekunden danach.

20 Sekunden Ruhm

Die daraus entstehenden Clips werden auf der hauseigenen Online-Plattform, auf Facebook und verschiedenen Fußball-Plattformen wie Ligaportal.at geteilt. Hardcore-Fans können sich die Videos fast in Echtzeit ansehen – nur 30 Sekunden nach der Aufnahme. Online kann sich jeder Verein außerdem sein eigenes Wunschprogramm zusammenstellen. Ein Service, das die Firmengründer „Kantinen-TV“ getauft haben.

57.000 Torvideos
Foto: Pixfly/iStock

57.000 Torvideos

Das Echo auf „Sportvideos365“ ist enorm: Allein in den letzten 12 Monaten wurden nicht weniger als 57.000 Tore und 200.000 Highlights aus insgesamt 16.000 Matches ins Internet gestreamt – und damit für die Ewigkeit archiviert. Kein Wunder: Sind im regulären TV doch gerade einmal 0,1 Prozent aller Fußballer präsent. Für die restlichen 99,9 Prozent steht ab sofort ein Start-up aus der Gemeinde Mauer in Niederösterreich zur Verfügung.

Zweiter Anlauf

Dass die drei Firmengründer Thomas Aigner, Richard Haller und Sini Zobic mit ihrem Service derart den Puls der Fußballszene treffen, ist keine Überraschung: Schon vor neun Jahren rollten Haller und Zobic die Kicker-Welt auf. Ihr Videoanalysen-Tool „Jawoi“ begeisterte auf Anhieb Trainer in ganz Europa. Sogar José Mourinho, damals Coach von Real Madrid, war ein Fan der ersten Stunde. Ein Streit mit dem damaligen Mitgründer brachte dann aber trotz des wirtschaftlichen Erfolgs das jähe Aus für „Jawoi“. Der zweite Anlauf, so sind sich die Fußballfreaks sicher, verfolgt ohnehin den besseren Ansatz. Denn der Fußball ist für die Menschen da.

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