Single vs. LP – darauf kommt es an

Für eingefleischte Vinyl-Enthusiasten ist es eine Glaubensfrage: Single oder Longplay. Doch was sind eigentlich die Unterschiede zwischen den beiden Schallplatten-Formaten?

Single vs. LP – darauf kommt es an
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Die Geschichte der Schallplatte gleicht einem Kriminalroman: Ende der 1940er-Jahre, am Höhepunkt des sogenannten „War of Speeds“, traten zahllose verschiedene Platten-Formate unterschiedlicher Hersteller auf dem freien Markt gegeneinander an. In dieser Phase kam es zur endgültigen Ablöse des Materials Schellack durch das robustere und günstigere Vinyl

Die Größe macht’s

Die Größe der Platte wurde bei der Materialumstellung beibehalten – die Geburtsstunde der Langspielplatte, auch „Longplay“ oder einfach nur „LP“ genannt. Mit einem Durchmesser von 30 Zentimetern und einer Abspielgeschwindigkeit von 33 1/3 Umdrehungen pro Minute konnte sie um ein Vielfaches mehr an Musik speichern als die alten Schellacks.

Die Größe macht’s
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Musikalischer Farbcode

Es dauerte jedoch nicht lange, bis der neue Standard seinerseits Konkurrenz bekam: Schon bald ergänzte das kleinere 7-Zoll-Format (17,5 Zentimeter) das Angebot, das mit einer Abspieldauer von fünf Minuten für das zeitgemäße Songformat der noch jungen Rockmusik geradezu prädestiniert war. Spannend: In der Pionierzeit der Single existierte sogar ein eigener Farbcode: Beim Hersteller RCA blieben rote Singles der Klassik vorbehalten. Pop-Platten erschienen in Blau, Countrymusik war grün, Aufnahmen für Kinder waren gelb.

Immer gefragt: der „Puck“

Die weiteren Unterschiede zur LP: Die Drehzahl beträgt 45 Umdrehungen pro Minute – und zum Abspielen auf einem Plattenspieler benötigte man damals – wie auch heute – einen sogenannten „Puck“ oder „Stern“ für das mit 38 Millimeter deutlich größere Mittelloch.

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