Quantic Dreams und der spielerische Film

Mit „Detroit: Become Human“ hat Videospieldesigner David Cage einen Titel erschaffen, der sich wie ein interaktiver Film anfühlt. Es ist aber nicht der erste dieser Art.

Quantic Dreams ist für Spiele bekannt, die wie interaktive Filme inszeniert sind.
Bild: Sony

Emotionale Erlebnisse

„Interaktiver Film“ ist ein Genre, bei dem Spieler als zentrale Handlungsträger viele Entscheidungen treffen müssen, die den weiteren Verlauf beeinflussen können. Solche Titel charakterisieren sich durch eine packende Inszenierung, emotionale Geschichten und schlichtes, eher rudimentäres Gameplay. Das Erlebnis steht im Vordergrund.

Packendes Portfolio

Videospieldesigner David Cage hat den Begriff des interaktiven Films in den letzten Jahren am deutlichsten geprägt. Er kreierte Spiele wie das Multiplattform-Adventure „Fahrenheit“ aus dem Jahr 2005 und dessen Nachfolger „Heavy Rain“ fünf Jahre danach. Drückende und emotionale Szenen wurden so intensiv dargestellt, dass das Spiel trotz einiger erzählerischer Widersprüche Bestnoten erhielt und das dahinterstehende Studio Quantic Dreams zu Recht zu großen Erfolgen verhalf.

2013 veröffentlichten die Entwickler mit „Beyond: Two Souls“ ein weiteres Spiel dieser Art. Hauptcharakter Jodie wurde von Schauspielerin Ellen Page verkörpert, die die gefährlichen Kräfte eines Geistwesens zu kontrollieren versuchte, das sie seit Jahren verfolgte. Genretypisch übernehmen oft echte Schauspieler die Rollen zentraler Figuren. Über so genanntes „Motion Capturing“ werden die Bewegungen der Akteure in einem Studio aufgenommen, digitalisiert und ins Spiel übertragen. So fühlt sich das Erlebte noch menschlicher und realer an.

Der nächste Streich

2018, genauer gesagt am 25. Mai, veröffentlichte Quantic Dreams „Detroit: Become Human“. Im exklusiv für die PlayStation 4 entwickelten Action-Adventure stehen Handlung und Entscheidungsmöglichkeiten im Vordergrund. In einer fiktiven Zukunft im Jahr 2038 sind Androiden bereits vollständig in die Gesellschaft integriert. Als es immer öfter zu Zwischenfällen mit der Künstlichen Intelligenz kommt und Menschen zunehmend in Gefahr geraten, werden Ermittlungen aufgenommen. Spieler übernehmen im Verlauf die Rollen von drei Androiden, die zunehmend Emotionen und Eigenleben entwickeln und sich mit ihrer Menschwerdung auseinandersetzen.

"Detroit: Become Human" erzählt eine emotionale Geschichte.
Bild: Sony
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