Mehrspieler-Apokalypse: Fallout 76

Mit „Fallout 76“ wagen die Bethesda Game Studios ein Experiment. Erstmals geht die Spieleserie online. Jeder im Spiel angetroffene menschliche Überlebende ist ein echter Spieler, mit dem man kooperieren kann.

Jeder im Spiel angetroffene menschliche Überlebende ist ein echter Spieler, mit dem man kooperieren kann.
Bild: Bethesda

Online-Modus

In „Fallout 76“ werden Tabus gebrochen. Seit dem Beginn der Serie war jeder Titel eine reine Einzelspielererfahrung. Einen Multiplayer- oder gar Online-Modus gab es noch nie. Bis jetzt. „Die Leute bitten uns schon ewig, Multiplayer in eine unserer Welten zu integrieren“, erklärt Todd Howard, Game Director bei den Bethesda Game Studios. Jeder menschliche Überlebende, den man im neuen Titel der Entwickler von „The Elder Scrolls V: Skyrim“ und „Fallout 4“ trifft, ist ein anderer Spieler. Mit diesem kann man zusammenarbeiten – oder auch nicht.

Erfreuliche Begegnungen

Muss man also permanent Angst haben, von Fremden über den Haufen geschossen zu werden, obwohl man doch nur in Ruhe Gegenstände einsammeln möchte? Jein. So einfach ist das nicht zu beantworten. Wird man in der riesigen Spielwelt, der größten, die es in einem „Fallout“-Spiel je gegeben hat, von einem anderen Spieler unter Beschuss genommen, verursachen dessen Schüsse zunächst nur verringerten Schaden.

Auf diese „Einladung“ kann man reagieren und zurückschießen. Ab dann ­gelten keine Sonderregeln mehr, alle Waffen richten vollen Schaden an. Stirbt man, steigt man beim nächstgelegenen Wegpunkt wieder ins Spiel ein. Möchte man sich nicht auf das Duell einlassen, hat man die Möglichkeit, die Flucht zu ergreifen. Hartnäckige Gegner können jedoch die Verfolgung aufnehmen und Spieler trotz ­verringertem Schaden früher oder später eliminieren. Das verschafft­ ihnen aber keinerlei Vorteile.

Man erhält weder Erfahrungspunkte noch Gegenstände und auch keine wertvollen „Bottle Caps“. Zu allem Übel wird man für alle sichtbar als roter Stern auf der Map markiert und mit einem Kopfgeld versehen. Das Preisgeld für seinen Jäger muss man nach seinem Tod auch noch aus eigener Tasche bezahlen. Dieses System soll Frust vorbeugen und verhindern, dass einzelnen Spielern die Freude am Spiel genommen wird.

Die riesige Spielwelt kann man erstmals auch zusammen mit anderen Spielern erkunden.
Bild: Bethesda

Apokalyptisch

Im Jahr 2102, also 25 Jahre nach dem Abwurf der Bomben und der Zerstörung des Landes, kommen Spieler erstmals aus ihrer „Vault“, einem sicheren Atomschutzbunker, in dem Menschen den Krieg überleben konnten, und entdecken das postnukleare Amerika. Aufgabe ist es nun, das karge Ödland von ­Gefahren zu befreien, wiederaufzubauen und gegen anstehende ­Bedrohungen zu verteidigen.

Spieler müssen in „Fallout 76“ zahlreiche Missionen erfüllen, um Amerika wiederaufzubauen.
Bild: Bethesda

Alleskönner

Im Laufe des Spiels steigt man mit erfüllten Missionen im Level auf und kann verdiente Skill-Punkte im „S.P.E.C.I.A.L.“-System in den Kategorien Strength, Perception, Endurance, Charisma, Intelligence, Agility und Luck zuordnen. Weiters können gefundene Sammel­karten dem Charakter zugewiesen werden, um bestimmte Werte zu verbessern. Ein maximales Level gibt es im Spiel zwar nicht, ab ­Level 50 erhält man aber keine Skill-Punkte mehr. Bethesda möchte den Spielern außerdem ein gewisses Maß an Freiraum ein­räumen und anfängliche Unwissen­heit nicht mit in Stein gemeißelten Entscheidungen bestrafen. Skills, Perks und das Aussehen des ­Charakters können im Spielverlauf jederzeit bearbeitet bzw. neu verteilt werden.

Play / Games