Foto-Guide: Die richtige Speicherkarte finden

Welche Speicherkarte soll ich als Hobby-Fotograf, privater Videofilmer oder passionierter Profi in meiner Kamera oder Drohne verwenden? Alle relevanten Infos rund um die Wahl der passenden Speicherkarte finden Sie hier.

Foto: djedzura/iStock
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Grundlegendes

Speicherkarten unterscheiden sich hinsichtlich ihrer Bauart (SD, microSD usw.), ihrer Speicherkapazität (32 GB, 1 TB usw.) und ihrer Geschwindigkeitsklasse (z.B. UHS-I, UHS-II). Abgesehen von ganz wenigen XQD-kompatiblen Kameramodellen kommen so gut wie immer SD- oder microSD-Karten zum Einsatz, von einfachen Kompaktkameras bis hin zu Profi-Systemkameras.

Welche Speicherkapazität und welche Geschwindigkeitsklasse am besten für Sie geeignet ist, hängt vom geplanten Einsatzzweck und von Ihren Vorlieben ab: Wer längere 4K-Videos shootet, muss zu einem anderen – schnelleren, größeren - Speichermedium greifen als jemand, der zweimal im Jahr im Urlaub einige Erinnerungsbilder schießt. Für hohe Auflösungen, schnelle Bildfolgen und „üppigere“ Videos sind Speicherkarten mit höheren Schreibgeschwindigkeiten und mehr Speicherplatz klar von Vorteil.

Angaben zu Kapazität und Datenrate finden Sie übrigens direkt auf der Speicherkarte selbst – wenngleich teilweise auf den ersten Blick etwas verschlüsselt wirkend. Sehen Sie selbst:

Speicherkarte: Das bedeuten die Symbole und Angaben auf der Karte
Grafik: Content Creation GmbH

Bauart: So unterscheiden sich die Modelle

Wie eingangs erwähnt, werden in Digitalkameras meist SD- oder microSD-Karten verwendet. Welchen Typ von Speicherkarte Sie einsetzen können, richtet sich nach Ihrem Kameramodell - im Zweifelsfall kurz die Herstellerinfo zu Rate ziehen.

  • SD-Karten sind 32 mm × 24 mm × 2,1 mm groß, sie verfügen über 9 Pins.
  • microSD-Karten sind mit 11 mm × 15 mm × 0,7 mm besonders kompakt und leicht (0,25 g) – sie verfügen über 8 Pins an der Unterseite.

 

Apropos: Über einen Adapter können sowohl miniSD- als auch microSD-Karten auf das SD-Format gebracht werden.

Welche Speicherkarte man benötigt, hängt vom Anwendungsfall ab. Hobbyfotografen greifen zu anderen Modellen als Profis.
Foto: nicolas_/iStock

Speicherkapazität: So unterscheiden sich SD-, SDHC-, SDXC- und XQD-Karten

Speichermedien wie SDUC-Karten bieten mehr Speicherkapazität als SD-Karten.

  • SD
    SD-Karten bieten eine maximale Speicherkapazität von 4 GB.
    Die Abkürzung „SD“ steht übrigens für „Secure Digital Memory Card“.
  • SDHC (SD 2.0) – „High Capacity“
    Unter der Bezeichnung SDHC sind Speicherkapazitäten von 4 bis 32 GB möglich.
  • SDXC (SD 3.0) – „eXtended Capacity“
    Unter der Bezeichnung SDXC sind Speicherkapazitäten von 64 bis 2 TB möglich.
  • SDUC (SD 7.0) – „Ultra Capacity“
    Unter der Bezeichnung SDXC sind Speicherkapazitäten von 2 bis 128 TB möglich.

Geschwindigkeitsklassen: So unterscheiden sich die Modelle.

Es gibt unzählige Geschwindigkeitsklassen - gängig sind „SDXC UHS-I“-Karten mit beispielsweise 95 MB/s Lese- und Schreibgeschwindigkeit oder auch „SDXC UHS-II“-Karten. „UHS“ steht bei SDHC- und SDXC-Karten für „Ultra High Speed“. Damit sind bestimmte Mindestschreibgeschwindigkeiten und bestimmte maximale Übertragungsraten gemeint.

Die jeweilige Klasse ist auf der Speicherkarte zu sehen: Die Klasse für die maximale Übertragungsgeschwindigkeit ist in römischen Ziffern angegeben, die Mindestschreibgeschwindigkeitsklasse ist in einem u-förmigen Symbol in arabischen Ziffern eingetragen.

UHS: Mindestschreibgeschwindigkeit

  • UHS Speed Class 1 bezeichnet eine minimale Datenrate von 10 MB/s.
  • UHS Speed Class 3 bezeichnet eine minimale Datenrate von 30 MB/s (ideal für 4K-Videos mit 60/120 fps).

 

UHS: Maximale Übertragungsgeschwindigkeit
Dieser Wert gibt eine Marke für die grundsätzlich höchstmögliche Übertragungsgeschwindigkeit an (er sagt aber nicht aus über dessen tatsächliches Erreichen):

  • UHS-I steht für eine Datenrate von maximal 104 MB/s,
  • UHS-II für 312 MB/s und
  • UHS-III maximal 624 MB/s (ideal für hochauflösende Videos und VR-Anwendungen).  

 

UHS-Angaben werden für SDHC, microSDHC und für SDXC sowie microSDXC verwendet. Für microSD-Karten findet sich zudem eine Klassifizierung der Geschwindigkeit in Speed Class 2, 4, 6 und 10. Die Zahl bezeichnet jeweils die minimale Übertragungsrate in MB pro Sekunde, eine Class-10-Karte überträgt also mindestens 10 MB/s. Anders formuliert: UHS-1 entspricht etwa der Geschwindigkeitsklasse 10.

Hinweise:

  • Zusätzlich gibt es seit 2018 noch „SD Express“ mit einer Datenrate von bis zu 985 MB/s.
  • Seit 2016 wurden auch speziell für Videographen gedachte Geschwindigkeitsklassen entwickelt - Video Speed Classes wie V6, V10, V30 (für 4K-Videos), V60 und V90.
Foto: stevanovicigor/iStock
Foto: stevanovicigor/iStock

Welche Geschwindigkeit brauche ich?

Welche Lese- und Schreibgeschwindigkeit sollten Sie für Ihre Speicherkarte wählen?

  • Hobbyanwender kommen in der Regel für Fotografie und kurze Videos gut mit „SDHC UHS-I“-Speicherkarten aus.
  • Videografen, engagierte Fotografen oder Profis sollten in schnellere, größere Speicherkarten z.B. vom Typ „SDXC UHS-II“ greifen. Die Lesegeschwindigkeit von „SCXC UHS-I“-Speicherkarten reicht all jenen nicht mehr, die x-tausende hochauflösende Bilder oder Videos auf ihren Computer laden wollen (und beim Warten keine Freude empfinden).

Welche Speicherkapazität brauche ich?

Für einen einwöchigen Urlaub reicht Privatanwendern fürs Fotografieren im Regelfall eine Karte ab 32 GB Speicherplatz: Wer JPG-Bilder mit einer Auflösung von 16 MP aufnimmt, kann darauf rund 5.700 Fotos speichern. Im üppigeren RAW-Format immerhin noch rund 1.000 Bilder (vgl. Richtwerte lt. Online-Rechner). Professionelle Anwender greifen entsprechend zu größeren Speicherkapazitäten wie etwa 1 TB. Profikameras verfügen meist über zwei Speicherkartenslots für die parallele Speicherung, sodass hier im Schadensfall standardmäßig ein Backup vorhanden ist.  

Welche Karten passen am besten für Videos?

Für Videoaufnahmen empfehlen sich größere und schnellere Speicherkarten – für hochauflösende 4K-Videos und hohe Video-Bitraten (z.B. 400 Mbit) eignen sich beispielsweise Karten ab 128 GB Speicherkapazität mit einer minimalen Schreibgeschwindigkeiten von 60 MB/s (besser ab 90 MB/s). Wer auf zu langsame Geschwindigkeiten setzt, kann unter Umständen beim Filmen nicht alle Auflösungen oder Videobitraten verwenden.

Foto: dusanpetkovic/iStock
Foto: dusanpetkovic/iStock

Generelle Tipps

Transportieren Sie Ihre Speicherkarten unbedingt in festen Schutzhüllen (Hardcases). Nehmen Sie immer genügend Ersatzspeicherkarten mit und sichern Sie Ihre Daten regelmäßig (Backup-Strategie). Als Hobbyanwender empfiehlt es sich meist, mehrere kleinere Karten zu verwenden als eine große, da im Defektfall weniger Bilder betroffen wären. Außerdem an dieser Stelle noch der Hinweis, dass Kartenlesegeräte die Standards der Speicherkarte unterstützen müssen, damit die Datenübertragung performant erfolgen kann.

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