05.10.2017 von: Saturn Tech News Redaktion
Hacks / Hardware

Foto-Tipp: Pol-Filter verwenden

Optische Foto-Filter sorgen dafür, dass Kamera und Fotograf bestmöglich mit der jeweiligen Lichtsituation umgehen können. Wie Pol-Filter in der Fotografie eingesetzt werden und wie sie funktionieren, zeigen wir hier.

Tausendsassa Pol-Filter

Pol-Filter sind eine feine Sache bei Landschaftsaufnahmen, in der Cityscape- und in der Produkt-Fotografie.

Pol-Filter sind eine feine Sache in der Cityscape-Fotografie.
Foto: Aleksandr_Vorobev/iStock

So verbessern diese praktischen Helfer die Bildqualität:

  • Pol-Filter verringern Spiegelungen bei Flächen wie Glas und Wasser.
  • Sie reduzieren Reflexionen bei allen nicht-metallischen Oberflächen, etwa bei Blättern und Bauwerken.
  • Sie intensivieren Farben, etwa das Himmelsblau.
  • Sie verstärken Kontraste und verringern Dunst.

Farbtöne kommen also über richtig verwendete Pol-Filter besonders intensiv zur Geltung, Wolken zeigen sich plötzlich detailreich und unvergleichlich imposant.

Auch bei Motiven wie Schaufenstern, Autos oder stillen Gewässern tun sie gute Dienste, wenn Spiegelungen eliminiert werden sollen. Zu guter Letzt kann man Pol-Filter auch als Grau-Filter einsetzen, da sie bis zwei Blendenstufen des Lichts „schlucken“.

Zirkular oder linear?

Verwenden Sie in der Digitalfotografie zirkulare Pol-Filter, auch CPL-Filter (Circular Polarizer) genannt. Lineare Pol-Filter könnten nämlich zu Fehlbelichtungen führen, da sie die Belichtungsmessung und den Auto-Fokus moderner Digitalkameras irritieren.

  • Zirkulare Pol-Filter
    Das Licht wird durch die Filterung zirkular polarisiert und fällt somit spiralförmig auf den Sensor.
  • Lineare Pol-Filter
    Das Licht wird durch die Filterung linear polarisiert und fällt somit geradlinig auf den Sensor.

Wenn Sie bei einem Filter unsicher sind, ob er linear oder zirkular polarisiert, halten Sie ihn vor einen Spiegel: Bei zirkularen Filtern kann man nur von einer Seite durchsehen, von der anderen Seite erscheint das Motiv schwarz.

Richtige Verwendung

Montieren Sie den CPL-Filter auf dem Objektiv und drehen Sie ihn einfach solange, bis es für die jeweilige Situation passt. Der wirksamste Aufnahmewinkel ist der zwischen 30 und 40 Grad zur Fläche, deren Spiegelungen oder Reflexionen eliminiert werden sollen. Die Wirkung ist insgesamt am größten, wenn die Lichtquelle seitlich zur Kamera-Blickrichtung steht, der Filter also in einem Winkel von 90 Grad zu Sonne gedreht wird. Bei Spiegelungen von Metallen wirken Pol-Filter übrigens nicht.

Die Pol-Filter-Wirkung ist am größten, wenn die Lichtquelle seitlich zur Kamera-Blickrichtung steht.
Foto: mustafagull/iStock

Wie funktionieren Pol-Filter?

Natürliches Licht setzt sich aus unzähligen Lichtwellen zusammen. Diese Lichtwellen schwingen jeweils in unterschiedlichsten Schwingungsebenen. Pol-Filter lassen von den Lichtstrahlen nur die Wellen einer ganz bestimmten Schwingungsrichtung durch. Nachdem das Licht einen Pol-Filter passiert hat, schwingen die Lichtwellen also nur mehr in einer bestimmten Schwingungsebenen, die Wellen anderer Ebenen werden nicht durchgelassen – das reduziert Reflexionen und Spiegelungen und verstärkt Farben bestimmter Wellenlängen.

Natürliches Licht setzt sich aus unzähligen Lichtwellen zusammen.
Foto: vovik_mar/iStock

Geht das alles auch per Software?

Könnte man diese Wirkungen nicht auch bequem über eine App oder einen digitalen Foto-Filter simulieren? Nein! Denn: Dabei wird nur die Sättigung bestimmter Farbwerte erhöht – Reflexionen oder Spiegelungen reduzieren kann die Software nicht ...