07.03.2018 von: Saturn Tech News Redaktion

Die e-Sport-Szene in Österreich

e-Sport ist mittlerweile ein globales Phänomen, doch wie sieht es mit dem virtuellen Kräftemessen in Österreich aus?

e-Sport wird auch hierzulande langsam ernstgenommen.
Foto: gorodenkoff/iStock

Weltweiter Hype

Egal, ob in Europa, Asien oder Amerika: e-Sport begeistert die Massen. Wettkämpfe, Events und Weltmeisterschaften füllen die größten Stadien der Welt und ziehen hunderte Millionen Zuseher vor die Bildschirme. Die Agentur newzoo berechnet in ihrem jährlichen e-Sport-Report, dass die digitalen Wettbewerbe 2017 385 Millionen Menschen erreicht haben, wovon man 191 Millionen als echte Enthusiasten bezeichnen könnte. Bis 2020 soll diese Zahl auf 589 Millionen (286 Millionen Enthusiasten) anwachsen. In relativ kurzer Zeit wurde aus den Nischen-Events ein Millionen-Markt (laut newzoo entstanden 2017 weltweit Umsätze im Umfang von 696 Millionen Dollar). Bis 2020 sollen die Umsätze auf rund 1,5 Milliarden Dollar ansteigen.

Das professionelle Daddeln ist längst nicht mehr ein reines Nischen-Phänomen.
Foto: leningrad1975/iStock

Die Lage daheim

In Österreich bietet sich hingegen aktuell noch ein anderes Bild. Professionelle Strukturen sind gerade im Entstehen. Wer es in der Szene wirklich weit bringen will, muss – ähnlich wie beim Fußball – ins Ausland. Einem Vergleich mit den skandinavischen Ländern oder Deutschland hält die österreichische Szene nicht stand. Nur eine Handvoll von heimischer Spieler könnten aktuell ihren Lebensunterhalt mit e-Sport verdienen. Wie im Rest der Welt ist e-Sport in Österreich eine Männer-Domäne. 96 Prozent der beim ESVÖ (eSport Verband Österreich) gemeldeten Spieler sind männlich.

Blick in die Kristallkugel

Wie die Zukunft des e-Sports in Österreich aussieht, lässt sich schwer vorhersagen, allerdings stimmt es optimistisch, dass langsam, aber sicher professionelle Ligen und Events geschaffen werden. Natürlich hängt der Erfolg des „Produkts e-Sport“ auch von der Akzeptanz in der Bevölkerung ab: Wenn die digitalen Wettkämpfe auch in der Öffentlichkeit als ernsthafte Wettbewerbe und nicht mehr als reines Nischen-Event wahrgenommen werden, kann auch in Österreich eine blühende und erfolgreiche Szene entstehen.

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