Foto-Know-How: Die Messmethoden der Belichtung

Wenn der Auslöser betätigt wird, laufen im Inneren der Kamera hochkomplexe Berechnungen ab, auch bezüglich der Belichtung des Bildes. Diese Messmethoden spielen dabei eine Rolle:

Diese Bemessungsmethoden sollte man kennen.
Foto: Koldunov/iStock

Matrix- oder Mehrfeldmessung

Die Mehrfeldmessung (auch Matrixmessung) genannt, ist der Allrounder, mit dem die meisten Fotografen die verlässlichsten Ergebnisse erzielen. Wie der Name vermuten lässt, wird das Bild bei der Mehrfeldmessung in Messfelder aufgeteilt und analysiert. So kann die Kamera erkennen, welche Bereiche des Bildes wichtig sind und welche weniger betont werden sollen. Die Kamera nimmt dem Fotografen damit eine Menge Arbeit ab, weswegen sie für sehr viele Situationen geeignet ist und empfohlen wird.

Spotmessung

Der Modus für wahre Profis. Vor allem von professionellen Fotografen genutzt, ist die Spot-Messung den meisten Hobby-Knipsern wohl eher weniger bekannt. Der Grund, wieso die Spotmessung vor allem bei Presse- und Sportfotografen beliebt ist, ist die Zeit, die damit gespart wird. In diesen Branchen kann aus Zeitgründen meist nicht auf eine perfekte Belichtung geachtet werden: Der Auslöser wird betätigt, wenn das Tor fällt oder wenn ein Redner mitreißend gestikuliert. Bei dieser Art der Messung wird nur ein kleiner Bereich bemessen, der im Fokus der Kamera liegt: Der Sportler oder das Gesicht eines Promis stehen im Vordergrund, der Rest wird vernachlässigt.

Sportfotografen setzen oft auf Spotmessung.
Foto: Believe_in_Me/iStock

Selektivmessung

Die Selektivmessung ähnelt der Spotmessung: Der große Unterschied liegt darin, dass der berücksichtigte Bildausschnitt größer ausfällt, meist aber noch vergleichsweise klein ist (rund 10% der Gesamtfläche des Bildes). Die Selektivmessung agiert unabhängig von der Autofokus-Funktion der Kamera. Wie bei der Spotmessung wird auch hier nur ein Bereich zur Bemessung herangezogen, der Rest des Bildes wird in diesem Aspekt ignoriert. Wenn die Mehrfeldmessung keine zufriedenstellenden Ergebnisse bringt, kann die Selektivmessung oft bessere Resultate erzielen. Allerdings wird auch mehr Finesse vom Fotografen verlangt, da Kontraste außerhalb des Messkreises keinen Einfluss auf die Lichtbemessung haben.

Jeder Fototyp hat andere, optimale Einstellungen.
Foto: igor_kell/iStock

Mittenzentrierte Messung

Sie wird auch „mittenbetonte Integralmessung“ genannt. Wie der Name verrät, wird hier die Mitte des Bildes als Bemessungsgrundlage gewählt, anders als bei der Spotmessung wird der Rest des Bildes allerdings nicht vernachlässigt. So entsteht ein klarer Fokus, ohne dass nahestehende Details verschwinden. Wer diesen Modus wählt, muss sich im Klaren sein, dass sich der Fokus der Messung hier nicht verschieben lässt. Die Kamera geht davon aus, dass der relevante Bildinhalt in der Mitte platziert ist. So eignet sich dieser Modus eher für Porträts oder ähnliche Bildkonstellationen und weniger für Schnappschüsse aus der Bewegung.

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