22.05.2019 von:

5 Tipps für Fotografie mit natürlichem Licht

5 praktische Foto-Tipps: So nutzen Sie vorhandenes Licht optimal für noch attraktivere Porträtaufnahmen.

5 Tipps für Fotografie mit natürlichem Licht
Foto: fotostorm/iStock

Fotografieren bedeutet „Zeichnen mit Licht“ – gerade die Art, wie ein Fotograf Licht einsetzt, bestimmt das Bild und dessen Wirkung wesentlich. Die gute Nachricht: Auch ohne aufwändige Setups oder Equipment wie Blitze oder Reflektoren kann man vorhandene Lichtquellen zielführend nutzen.

Diese 5 Tipps für die sogenannte „Available Light“-Fotografie zeigen, wie das am besten geht.

1. Lichtanalyse & Positionswahl

Sehen Sie sich um: Welche Lichtquellen gibt es (Sonne, künstliches Licht)? Aus welcher Richtung fällt deren Licht auf das gewünschte Motiv? Welche reflektierenden Flächen gibt es in der Szenerie (Mauern, Fenster, Spiegel, Wasserflächen etc.)? Nur wer bewusst wahrnimmt, wie es um diese Dinge bestellt ist, kann sie auch durchdacht für sein Motiv einsetzen. Wählen Sie Ihren Aufnahmestandpunkt und die Motivposition dann so, dass das vorhandene, natürliche Licht das Motiv gut in Szene setzt.

Wer das vorhandene natürliche Licht gut nutzen will, nimmt zuerst die Situation bewusst wahr – welche Lichtquellen gibt es? Wie kann ich mich und mein Modell positionieren, um den Lichteinfall bestmöglich zu nutzen?
Foto: MishaBeliy/iStock

2. Harte Schatten vermeiden

Häufig misslingen schnell geschossenen Porträts in der direkten Sonne (etwa zur Mittagszeit): Zu dieser Tageszeit wirft das Sonnenlicht besonders harte Schatten von oben. Dadurch verschwindet die Augenpartie der fotografierten Personen in störender Dunkelheit – genau das Gegenteil dessen, was man in der Porträtfotografie möchte. Um das zu vermeiden, gibt es mehrere Lösungsansätze:

Häufig misslingen schnell geschossenen Porträts in der direkten Sonne (etwa zur Mittagszeit).
Foto: kamisoka/iStock

  • Tageszeit wählen
    Fotografieren Sie eher morgens oder abends – rund um die Zeit des Sonnenauf- oder untergangs. Dann ist das Licht warm, die Sonne steht tiefer, die Schatten sind weniger hart und die Szenerie in Summe freundlich.
Fotografieren Sie eher morgens oder abends – rund um die Zeit des Sonnenauf- oder untergangs.
Foto: anyaberkut/iStock

  • Wetter
    Nutzen Sie Tage, an denen es leicht bewölkt ist oder sogar regnet. Denn anders als landläufig angenommen ist „schlechtes“ Wetter meist gut für die Porträtfotografie, da das Licht diffus ist und so das Antlitz von Personen besonders ebenmäßig und schattenlos ausleuchtet wird
Nutzen Sie Tage, an denen es leicht bewölkt ist oder sogar regnet.
Foto: piskunov/iStock

  • Schatten
    Positionieren Sie Ihr Modell im Schatten, etwa unter einem Dach, im Schatten einer Mauer oder eines Baumes. Das Licht, das nun auf das Motiv fällt, ist weicher.
Positionieren Sie Ihr Modell im Schatten.
Foto: martin-dm/iStock

  • Aufhellen
    Ein weitere Möglichkeit, das Gesicht ebenmäßiger auszuleuchten, ist es, es mit einer reflektierenden Fläche aufzuhellen. Beispielsweise können Sie das Modell neben einer hellen Hausmauer fotografieren, sodass das reflektierte Licht die Gesichtszüge aufhellt.

3. Helle Augenpartien mit Catchlights

Leuchtende Augen sind extrem wichtig für die Wirkung eines Porträts. Speziell die Augenpartie der abgebildeten Person sollte daher gut ausgeleuchtet sein. Verändern Sie Ihren Standpunkt oder auch die Position des Modells solange, bis die Lichtsetzung in der jeweiligen Situation bestmöglich genutzt ist.

Idealerweise zaubern Sie zudem ein „Catchlight“ in die Pupillen.
Foto: AleksandarNakic/iStock

Idealerweise zaubern Sie zudem ein „Catchlight“ in die Pupillen. Dabei handelt es sich um Reflexionen von hellen Lichtflächen der Umgebung in den Augen – solche Spiegelungen lassen die Augen besonders lebendig wirken. Bei der Available-Light-Fotografie in Innenräumen kann ein solches Catchlight beispielsweise durch ein Fenster entstehen (anders als bei Studioaufnahmen, wo Catchlights durch verschiedene Blitze, Schirme oder Softboxen erzeugt werden).

4. Gegenlicht nutzen 

Positionieren Sie das Fotomodell bewusst so, dass die Sonne von hinten auf es fällt. Die Streiflichter, die so entstehen, sorgen in Kombination mit dem Licht aus den Reflexionen in der Umgebung für spannende Lichtsituationen.

Positionieren Sie das Fotomodell bewusst so, dass die Sonne von hinten auf es fällt.
Foto: mihailomilovanovic/iStock

5. Experimentieren

Bewusstes sehen und geschickter Lichteinsatz gelingen zusehends besser, je öfter man sich damit auseinandersetzt. Gönnen Sie sich Zeiten, in denen Sie mit Ihrer Kamera spielerisch verschiedene Lichtsituationen ausprobieren und Motive auf diverse Arten ablichten. Sie werden sehen, wie sich mit der Zeit ihre Fotokunst weiterentwickelt und Sie ein meisterhafter „Lichtzeichner“ werden.

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