5 Motiv-Tipps: Wasser perfekt fotografieren

Wasser perfekt fotografieren: Selten bietet ein Motiv so mannigfaltige Möglichkeiten, damit interessante Bilder zu schießen wie Wasser. Erfahren Sie hier, wie sie das kühle Nass vielseitig und spannend fotografisch inszenieren können.

Foto: 2e812ac3_768/iStock
Foto: 2e812ac3_768/iStock

Alles fließt!

Wasser begeistert Fotografen aus gutem Grund. Von effektvollen Spiegelungen über elfenhafte Schleier bis hin zu faszinierenden Tropfen kann man das nasse Element unglaublich vielfältig ablichten. Dazu eignen sich sowohl System- und Spiegelreflexkameras (vor allem für jene, die auch mit manuellen Einstellungen Erfahrungen sammeln möchten) als auch Kompaktkameras bzw. unterschiedliche Motivprogramme. Sehen Sie selbst!

1. Scharf! Wasser mal eben einfrieren

Egal, ob sommerliche Action am Pool, Bäche im Wald oder Wellen am Strand: Um Wasser fotografisch „einzufrieren“, (1x Abstand raus) muss eine möglichst kurze Verschlusszeit verwendet werden. Situationen mit viel Umgebungslicht eignen sich dazu besser als dunkle Umgebungen – ganz einfach, weil nur sehr kurze Belichtungszeiten die Bewegungen einfrieren.

  • Manuell fotografieren
    Wenn Sie die Einstellungen manuell vornehmen, starten Sie probeweise mit einer Verschlusszeit von 1/500 Sekunden oder kürzer. Stellen Sie dazu passend die Blende und den ISO-Wert ein (je nach Lichtverhältnissen). Es gilt: Je kürzer die Belichtungszeit, desto weiter muss die Blende geöffnet bzw. der ISO-Wert nach oben geregelt werden.
  • Belichtungszeit vorwählen
    Um Wasser knackig scharf abzubilden, kann eine extrem kurze Belichtungszeit vorgewählt werden. Dazu auf den Modus „Zeitvorwahl“ (je nach Hersteller z.B. Tv/S) wechseln und mit Zeiten von 1/500 Sekunden und kürzer arbeiten. Die Kamera wählt automatisch Blende und ISO dazu aus.
  • Programm nutzen
    Alternativ können Sie die Motivprogramme ihrer Kamera ausprobieren – Sport-Motivprogramme beispielsweise nutzen sehr kurze Belichtungszeiten.
Foto: Ghislain & Marie David de Lossy/iStock
Foto: Ghislain & Marie David de Lossy/iStock

2. Alles fließt! Der Schleier-Effekt

Wer kennt sie nicht, die Bilder mit samtig wirkenden, fließenden Wasserströmen? Für Wassermotive mit dem faszinierenden Schleier-Effekt müssen lange Belichtungszeiten von mindestens einer halben Sekunde eingestellt werden. Dabei sollte ein Stativ genutzt werden, um Verwacklungen zu vermeiden. Bei sehr hellem Umgebungslicht kann es nötig sein, einen Graufilter (der Licht schluckt) vor das Objektiv zu schrauben, um auf die nötigen langen Verschlusszeiten zu kommen. Für den Schleier-Effekt sind niedrige ISO-Werte von 50 oder 100 hilfreich. Experimentieren Sie mit manuellen Einstellungen von Zeit, Blende und ISO oder mit dem Modus „Zeitvorwahl“.

Foto: Klod/iStock
Foto: Klod/iStock

3. Makro! Tropfen im Close-up

Experimentierfreudigen Foto-Enthusiasten und allen, die gerne mit Foto-Equipment, fotografischen Einstellungen und visueller Komposition spielen, sei dieser Motiv-Tipp ans Fotografenherz gelegt: einzelne Wassertropfen im Close-up! Diese bestechen mit faszinierenden Lichtreflexionen und mannigfaltigen Farbspielen. Ideal dafür sind System- oder Spiegelreflexkameras mit Makroobjektiv, aber auch mit Kompaktkameras und Motivprogrammen kann man schon gute Resultate erzielen. Wichtig ist es, den Tropfen so zu platzieren, dass er gut vom Hintergrund herausgelöst werden kann (=genügend Abstand zwischen Model und Umgebung). Die Kamera sollte auf einem Stativ platziert werden. Die Blende darf nicht zu niedrig eingestellt werden, damit die Schärfe noch weit genug reicht. Eine mögliche Kombination der Einstellungen kann sein: 100 mm Brennweite, ISO 100 Blende 18, 1/250 sec Belichtungszeit  - es lohnt sich natürlich mit den Einstellungen zu experimentieren.

Foto: peter bocklandt/iStock
Foto: peter bocklandt/iStock

4. Wow-Effekte! Spiegelungen nutzen

Beim Wandern der glasklare Bergsee, nach dem Regen die Pfütze, beim Grillfest der Gartenteich – Wasserflächen bieten überall die Chance, als fotografisch interessanter Spiegel zu dienen. Wenn Sie das nächste Mal wandern und auf einen Bergsee treffen, nutzen Sie einfach bewusst diesen spiegelnden Effekt der Wasseroberfläche.

  • Perspektive ändern
    Die Spiegelungen verändern sich natürlich abhängig von Ihrem Standpunkt – gehen Sie auch mal bewusst in die Knie, damit die Reflexionen besser zur Geltung kommen.
  • Symmetrie nutzen
    Besonders ausgewogen wirken gespiegelte Motive übrigens, wenn die Kante, entlang derer gespiegelt wird, zentral platziert wird und das Motiv (die Bergkette) vollständig doppelt zu sehen ist (im Wasser und am Himmel).
Foto: Oleh_Slobodeniuk/iStock
Foto: Oleh_Slobodeniuk/iStock

5. Durchblick! Reflexionen entfernen

Über sogenannte Polfilter kann man Lichtreflexionen auf nichtmetallischen Oberflächen wie beispielsweise Wasser reduzieren oder entfernen. Wer Wasserflächen fotografiert, kann also durch den Einsatz von Polfiltern Reflexionen und Spiegelungen beeinflussen. Faszinierend!

Foto: 4FR/iStock
Foto: 4FR/iStock

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